Archiv für die Kategorie ‘wichtige Städte’

Piräus

Donnerstag, 23. Dezember 2010

“Ich bin ein Mädchen von Piräus
Und liebe den Hafen, die Schiffe und das Meer …”

So beginnt die erste Strophe des weltbekannten Liedes „Ein Schiff wird kommen“, gesungen von Lale Anderson (Lili Marleen) und Melina Mercouri. Durch dieses Lied wurde auch die Hafenstadt Piräus (von deren Existenz zuvor wohl nur Griechen wussten) weltbekannt.

Piräus ist eines der wichtigsten Industriezentren Griechenlands und verfügt über den drittgrößten Mittelmeerhafen. Der Passagierhafen ist der größte Europas und der drittgrößte der Welt. Die Stadt hat knapp 180 000 Einwohner und bildet mit ihren Eingemeindungen und dem Großraum Athen das eigentlich einzige griechische Ballungszentrum.

Ursprünglich war Piräus der Name der Halbinsel auf der es liegt und erst mit zunehmender Bedeutung als Hafen Athens entstand die Stadt gleichen Namens. Die Stadt wurde 500 vor Christi Geburt mit sich im rechten Winkel schneidenden Straßen angelegt. Die Häfen in den drei Buchten wurden ausgebaut und mit Schiffshäusern und Säulenhallen versehen. Im Peleponnesischen Krieg wurde Piräus zerstört, als Handelshafen Athens blühte es jedoch bald neu auf, wobei nur eine der Buchten als solcher fungierte und die anderen beiden dem Militär vorbehalten blieben.

Auch heute noch dreht sich alles um die Häfen. Sehenswürdigkeiten der Stadt sind (natürlich) der Haupthafen, das archäologische Museum nahe des antiken Theaters, das Schiffsmuseum mit dem einzig verbliebenen Panzerkreuzer, das Schiffahrtsmuseum (Nautisches Museum) und der Endbahnhof der ersten griechischen Eisenbahnlinie (heute Metrolinie 1). Die Fußballmannschaft von Olympiakos Piräus hat sich im Rahmen der UEFA-Cup-Wettbewerbe durchaus europaweit ihre Meriten verdient. Vicky Leandros ist eine sehr bekannte griechisch-deutsche Sängerin und war vor einigen Jahren als Stadträtin für internationale Beziehungen und Kultur Vizebürgermeisterin der Stadt.

Piräus pflegt internationale Städtepartnerschaften mit Marseille (Frankreich), Rosario (Argentinien), Worcester (USA), Ostrava (Tschechische Republik), Baltimore (USA), Sankt Petersburg (Russland), Galati (Rumänien), Shanghai (China) und Varna (Bulgarien).

Kreta kreativ kennen lernen

Donnerstag, 07. Januar 2010

Stavrochori, ein gemütliches Bergdorf im Südosten Kretas, ein schöner Dorfplatz mit einer riesigen und legendenumwobenen Platane und drei Kafenions. Früher lebten hier an die 2000 Menschen, es gab sieben Tavernen und etliche Kafenions, heute leben gerade noch 50 bis 100 Menschen hier – je nachdem, wen man zählt und wen man fragt. Hin und wieder verirren sich Touristen hierher und gehen ein paar Schritte durch den Ort, das ist nicht ungewöhnlich.
Wenn diese Touristen sich allerdings nach und nach im Dorf verteilen, sich auf Bänke, Treppen oder mitgebrachte Kissen setzen, Blöcke aus ihren Taschen ziehen und anfangen zu malen, dann ist das etwas ganz anderes. Da werden gerne mal Stühle gebracht, oder Wasser zum trinken, oder Brot und Käse, Obst – oder auch alles zusammen, denn die Kreter sehen es gerne, wenn die Fremden sich intensiv mit ihrer Insel auseinandersetzen. Sie sind stolz auf ihr Eiland und freuen sich, wenn man sich die Zeit nimmt es kennen zu lernen.
Malferien, das heißt, sich im wahrsten Sinne des Wortes ein eigenes Bild vom Urlaubsort zu machen. Malferien, bedeutet nicht nur seinem Hobby nachzugehen, sondern auch Muße zu haben, sich auf das Land einzulassen, sich eingehend mit seinem Motiv zu beschäftigen.
„Was ich nicht gezeichnet habe, habe ich nicht gesehen“ sagte schon Goethe.
Ein ortskundiger Mallehrer wird sie an die schönsten Plätze der Umgebung bringen – vielleicht auf eine der nahezu unbekannten, verträumten Hochebenen, zu einer der dramatischen Schluchten, in deren Abgründen Lämmergeier nisten, in winzige Dörflein abseits der Touristenpfade, zu malerischen Stränden und alten Olivenhainen. Winzige Kirchlein schmiegen sich unter drohende Felswände und Klöster trotzen den Elementen und der Geschichte. Letztendlich ist es die Auseinandersetzung mit dem fremden Land, das intensive Wahrnehmen von Landschaft und Menschen, was die tiefen Eindrücke schafft, die über die Bilder hinaus bleiben.
Ein Spezialist für Malferien im Osten Kretas ist Wolfgang Traub, der die Insel seit fast zwanzig Jahren mehrmals jährlich bereist.